Ab 2011 müssen Zivis nur noch sechs statt neun Monate Dienst ableisten. Mit dieser Regelung will die Bundesregierung wieder für mehr Wehrgerechtigkeit sorgen. In den letzten Jahren wurden nur knapp 15 Prozent der Gemusterten zum Dienst verpflichtet. Für Kritiker wie die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ist eine solche Verkürzung durchaus problematisch. Patienten in Krankhäusern oder Altenheimen würden unter dem häufigen Wechsel leiden. Zivis scheien gerade für ältere Menschen häufig eine Bezugsperson. Zu dem müssten die jungen Männer eine längere Zeit bis zum Studienbeginn oder Ausbildungsstart überbrücken, so die Kritik von Käßmann.
Die Regierung will diese Wartezeit mit einem halbjährigen Freiwilligendienst überbrücken und so das Problem lösen. Käßmann dagegen möchte lieber das freiwillige soziale Jahr stärken: "Der Zivildienst ist schließlich ein unfreiwilliger Dienst, der sich aus der Wehrpflicht ableitet."
