Guten deutschen Gefühlspop zu schreiben ist ein ziemlicher Balanceakt. Auf der einen Seite stehen kleine Musikverbrechen ala Olli P., nur selten zeigt sich die andere Seite, eine intelligente Musik, wie sie vielleicht Selig schreibt. Eigentlich stand das Mikroboy-Album unter einem guten Stern. Elektroqualitätslabel “Ministery of Sound” haben die Jungs unter Vertrag genommen und der umtriebige Grand Hotel van Cleef Produzent Swen Meyer saß an den Reglern. Mikroboy begibt sich mit seinem Debütalbum “Nennt es, wie ihr wollt” auf die Suche nach einem guten Pop. An manchen Stellen des Albums sind sie nah an ihrem Ziel, an anderen so fern wie möglich. Ihr Songs sind eingängig und haben gute Melodien, doch leider sind die Texte an einigen Stellen doch etwas zu kitschbeladen und platt. Aber im Großen und Ganzen ist “Nennt es, wie ihr wollt” ein gutes Popalbum, das seine Ähnlichkeit zu Kettcar, Tele und einigen Stellen leider auch Echt nicht ganz verbergen kann.
