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Nachhilfe: Gute Noten auf Pump
vom 25.08.2008 09:11
Nachhilfe: Gute Noten auf Pump Pro Woche fallen rund eine Millionen Unterrichtsstunden aus. Die Klassen werden immer größer, 31 Schüler in einer siebten Klasse sind keine Seltenheit.
Förderunterricht an Schulen ist kaum verbreitet und die Eltern sind oft nicht die richtigen Lern- und Erklärpartner.
Deshalb Eltern schicken ihre Kinder immer früher zu Nachhilfeinstituten um einen guten Bildungsabschluss möglich machen zu können.
Und Nachhilfe lohnt sich, dass sagen jedenfalls zahlreiche Studien. Professor Eiko Jürgens von der Universität Bielefeld fand im Rahmen einer Studie heraus, dass sich mehr als 80% aller Nachhilfeschüler um mindestens eine Note verbessert haben. Laut den Ergebnissen des Erziehungswissenschaftlers sind nicht nur die Schulnoten besser geworden, sondern es gab auch andere nachhaltige Effekte.
Nachhilfebranche profitiert von Bildungsmisere
Mehr als 3.000 Nachhilfe-Institute gibt es in Deutschland, Tendenz steigend. Wirkliche Qualitätsstandarts gibt es so gut wie gar nicht. Die Branche boomt und wird vom Staat unterstützt - die Nachhilfeinistute müssen nämlich keine Umsatzsteuer zahlen. In der Nachhilfebranche läuft einiges falsch, meint auch Dr. Margitta Rudolph von der Uni Hildesheim, "Für viele ist Nachhilfe eine Lizenz zum Gelddrucken. Das Geschäft mit dem Bildungsmangel ist lukrativ. Die Expansionsraten werden durch den Staat auch noch gestützt, in dem er die Nachhilfeinstitute nicht richtig besteuert."
Eine ganze Branche nutzt die Bildunsmisere bitter aus. Jetzt geht der Studienkreis noch einen Schritt weiter. Für Eltern, die sich keine Nachhilfe leisten könnten, gibt es nun in Kooperation mit Creditplus Nachhilfekredite. Zuerst soll dieses Modell in Nordrhein-Westphalen ausprobiert werden.
"Wir vergeben zwar auch Stipendien an Schüler aus finanzschwachen Familien. Mit dem Kredit wollen wir aber eine zusätzliche Möglichkeit für diese Familien schaffen, um sich Nachhilfe zu nehmen.", so das Statement des Studienkreises gegenüber toobrain.com
Es kann einfach nicht sein, dass sich Eltern verschulden um Nachhilfe zu nehmen. Es gibt auch bessere Alternativen, z.B. die Hausaufgabenbetreuung der Caritas oder dem Kinderschutzbund. "Würden die Eltern das Geld, das sie pro Jahr in Nachhilfe investieren, den Fördervereinen der Schulen zukommen lassen, könnten diese trotz der vom Staat zusammengekürzten Budgets eigenen schulinternen Förderunterricht anbieten.", so der Vorschlag von Margitta Rudolph.
Natürlich ist Nachhilfe eine sinnvolle Investition die Schulprobleme lösen kann, aber wenn sich das nur die zahlungskräftigen Familien oder über die Aufnahme eines Kredites leisten können, ist Nachhilfe ein weitere Beitrag dazu, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich auch im Bildungssektor weiter vergrößert.
8 Kommentare
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Ideologische Debatte
Ideologische Debatte
vom 15:31 um 21.06.2010

Nahrungsmittelbranche profitiert von Hunger, Pharmaindustrie profitiert von Krankheit, Telekombranche von Kommunikationsbedürfnissen usw. Kein Angebot ohne Nachfrage.

8 € oder doch 40 €?
8 € oder doch 40 €?
vom 15:25 um 21.06.2010

Betrachtet man sich das Angebot des Studienkreises genauer, so stellt man fest, dass in diesem Fall 5 Schüler im Gruppenunterricht lernen. Diese 5 Schüler teilen sich die Betreuungszeit, d.h. eine Unterrichtsstunde pro Schüler kostet tatsächlich 5 x 8,00 € = 40€ (!). Da bieten andere Institute deutlich mehr fürs Geld. Nachrechnen lohnt sich!

Alexander
Alexander
vom 10:37 um 27.08.2008
Wenn es um Nachhilfeschulen geht, hört man sehr oft den Begriff "Abzocke". Man muss sich doch mal klar machen, dass Nachhilfe in einer Nachhilfeschule natürlich etwas kosten muss, da dem Betreiber doch auch hohe Kosten entstehen. Er muss z.B. Miete und Haftpflichtversicherung zahlen (alle Kinder sind in, auf dem Weg zur und von der Nachhilfeschule versichert!). Zudem hat er dafür zu sorgen, dass genügend Literatur (oft sehr teuer) vorhanden ist. Dies alles muss doch auch bezahlt werden. Und eine Nachhilfeschule ist ein Unternehmen und kein karitativer Verein. Es geht, und das mag den betroffenen Kunden übel aufstoßen, doch auch um Umsatz und Gewinn.

... und für das Geld bekommt der Kunde doch auch eine Leistung. Es hört sich immer so an, als ob Kunden viel Geld ausgeben und der Unterricht am Ende sowieso nichts bringt und das Geld unnötigerweise ausgegeben wurde.

Es tut mir Leid dies zu sagen, aber die Aussage, Nachhilfe ist nicht für jeden bezahlbar, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt doch auch andere Arten von Dienstleitungen, die nicht von jedem bezahlbar sind. Diese Leute sollten sich über das Schulsystem aufregen, aber doch nicht über die Nachhilfeschulen, die helfen wollen, aber immer als Abzocker dargestellt werden.

Dass man für alles einen Kredit aufnimmt, ist in der heutigen Zeit doch nichts neues. Warum also auch nicht für Nachhilfe. Vielleicht reicht es aber auch, hier und da mal ein Päckchen Zigaretten wegzulassen. Hier regt sich niemand auf, wie teuer das doch ist.
Kerstin Griese, Pressesprecherin Studienkreis
Kerstin Griese, Pressesprecherin Studienkreis
vom 09:23 um 26.08.2008
Dass sich Nachhilfe nur Reiche leisten können, hören wir leider immer wieder. Der Studienkreis ermöglicht jedoch mit durchschnittlich 8 Euro in der Schulstunde auch weniger gut gestellten Eltern die individuelle Förderung ihrer Kinder im Kleingruppenunterricht. Selbst Nachhilfe vom Nachbarssohn ist da nicht günstiger. Zusätzlich vergibt allein der Studienkreis 500 Stipendien im Jahr für sozial schlecht gestellte Schüler. Mit unserem Finanzierungsangebot fördern wir jetzt auch Kinder von Familien, mit niedrigem monatlichem Einkommen. Trotz den daraus resultierenden geringen monatlichen Beträgen gehen wir bei der Kreditvergabe selbstverständlich verantwortungsbewusst vor. Wir meinen: Professionelle und seriöse Bildungsangebote durch Finanzierungsangebote zugänglich zu machen ist zwar neu, deshalb aber nicht schlecht.

Unser Angebot soll dabei helfen, dass alle Kinder die Förderung erhalten, die sie benötigen. Deshalb subventionieren wir auch den günstigen Zinssatz und erhalten keinerlei Provisionen von der Bank. Mit dem Angebot den Nachhilfeunterricht günstig zu finanzieren, tut der Studienkreis mehr, als die Bildungspolitik in Deutschland: Denn gerade das deutsche Schulsystem, das hat PISA eindrucksvoll belegt, benachteiligt Kinder aus bildungsfernen Familien und ist geprägt von einer geringen Durchlässigkeit für weniger privilegierte Schichten.

Weil die Schule die Kinder oft nicht ausreichend fördern kann, suchen sich viele Eltern externe Hilfe. Dies sind zu etwa 70 % Schüler, Studenten, Lehrer und sonstige Einzelpersonen. Nachhilfeinstitute machen dabei nur 30% der Angebote aus. Dass Nachhilfe Geld kostet, wird aber gemeinhin nur den Nachhilfeinstituten angekreidet, nicht etwa den Oberstudienräten, die in Ihrer Freizeit Nachhilfe geben. Und das durchaus zu Stundenhonoraren, die deutlich über denen des Studienkreises liegen.

Gleichzeitig ist die Qualität von Nachbarschafts-Nachhilfe nicht überprüfbar. Die hier zitierte Studie von Prof. Jürgens zeigt jedoch, dass Nachhilfeinstitute ihren Schülern sehr wohl eine hohe Qualität und gutem Erfolg bieten können. Der Studienkreis unterzieht sich zusätzlich sogar einem aufwändigen Zertifizierungsverfahren durch den TÜV Rheinland, dessen Kriterien absolut transparent sind: http://www.nachhilfe.de/freesite/users/nachhilfe/pdf/tuev/tuev_pruefliste_oeffentlich_2007.pdf

Kerstin Griese
Pressesprecherin Studienkreis GmbH

H.R.
H.R.
vom 16:28 um 02.07.2009
Die großen Ketten mit ihren gemischten Gruppen sind die wahren unverschämten Absahner (um es noch freundlich auszudrücken) in der Branche und jeder der mal kurz nachrechnet, wird das auch einsehen, trotz aller Augenwischerei die diese in ihrer Werbung und mit ihrem inzwischen geschultem Hotlinepersonal betreiben.

Ein einfaches Rechenbeispiel, dass mir gerne jeder widerlegen mag, wenn er es denn schafft.

Die üblichen Monatsbeiträge für zwei Unterrichtsstunden pro Woche bei solchen "Instituten" in der gemischten Gruppe betragen zwischen 100,- und 120,- EUR, der Einfachheit halber soll auf 110,- EUR gemittelt werden.

Bei den im Durchschnitt üblichen fünf Schülern einer solchen Gruppe, macht das im Monat dann einen Umsatz von 550,- EUR für ein solches "Institut" bei o.g. Bedingungen.

Der Lehrkraft (meist Studenten der Anfangssemester) zahlt man i.d.R. kaum mehr als 16,- EUR pro Doppelunterrichtsstunde nicht selten dann noch zzgl. 4,- EUR pro Unterrichtstag (für die Anfahrt, das soll gerechterweise erwähnt werden), der i.d.R. aus zwei Doppelunterrichtsstunden besteht, macht dann also 18,- EUR pro Doppelunterrichsstunde. Gemittelt fallen davon pro Monat 4,35 an, was dann für diese "Institute" Honorarkosten in Höhe von 78,30 unter o.g. Bedingungen produziert, was wiederum rund den Faktor sieben von Honorarkosten bzgl. des Umsatzes ergibt.

Soweit so schlecht für die Lehrkraft, nun aber zu den finanziellen Nachteilen für die Kunden, also die Eltern.

Dafür erhält aber nun der Schüler gemittelt gerade einmal 4,35 * 18 Minuten Unterricht im Monat (weil es sich im besten Fall um lediglich fachhomogene Gruppen handelt, die Schulformen und Klassenstufen sind stets bunt gemischt, alles andere an Zusammensetzungen sind dem Zufall geschuldet und kommen daher höchst selten vor, die seltsamen und z.T. von Gerichten in der Vergangenheit als sittenwidrig eingestuften Ferienregelungen solcher "Institute" seien dabei gar nicht berücksichtigt), was dann für eine Unterrichtsstunde (45 Minuten) den stolzen Preis von 63,23 EUR unter o.g. Bedingungen ergibt, wofür man wahrscheinlich auch den Schuldirektor persönlich als Nachhilfelehrer buchen könnte.

Dazu kommen dann noch nicht selten lange Zeitverträge (6 Monate und länger, mit automatischer Verlängerung) und auch ein verminderter Preis für 2 und mehr Doppelstunden, lässt die Sache nicht viel besser aussehen, zumal der Schüler äußerst demotiviert sein wird zwei oder mehr Nachmittage in einen solchen Institut zu verbringen um dann jeweils knapp 20 Minuten "Unterricht" zu erhalten, der Erfolg ist da sehr zweifelhaft und wie die Realität offenbart kaum vorhanden - das Geld also meist schlicht zum Fenster hinaus geworfen.

Daher mein Rat an alle betroffenen Eltern, sucht Euch lieber privat einen guten Nachhilfelehrer (andere Eltern fragen, das sind die glaubhaftesten Empfehlungen, nicht so sehr auf die prof. Werbung geben) auch wenn der evtl. mehr kostet (für Studenten sind 10-15 EUR/Schulstunde angemessen, für Nachhilfelehrer mit abgeschlossenem Studium oder passender Ausbildung durchaus 20,- bis 35,- EUR/Schulstunde, manchmal auch mehr) oder sucht Euch zumindest solche Institute aus, die auch Einzelunterricht oder echte Kleingruppen (mit nicht mehr als 3 Schülern) anbieten die dazu noch nicht nur fachhomogen aufgebaut sind, sondern auch zumindest noch Übereinstimmung in Schulform und Klassenstufe bieten.
Wenn dann noch ein monatliches Kündigungsrecht dazukommt, können auch solche prof. Anbieter durchaus mit ein gutes Preisleistungsverhältnis überzeugen – die bekannten großen Deutschlandweiten Anbieter können das meiner Meinung nach nicht.

m.f.G.
H.R.
Birk
Birk
vom 11:26 um 26.08.2008
Guten Tag Frau Griese,

vielen Dank für ihr Interesse. Ich muss Sie leider korrigieren. 8 Euro sind meist nur möglich, wenn das Kind zweimal die Woche für einen längeren Zeitraum (zum Beispiel ein halbes oder ganzes Jahr) zur Nachhilfe geht. Bei dem besagten "Nachbarsjungen" gibt es weder Vertragsbindung noch andere Klauseln und der Schüler ist allein und nicht einer vom fünf anderen Schülern.
Noch zu den Studienräten: Als Kenner des Nachhilfemarktes kann ich Ihnen sagen, dass Studienräte mit teueren Preisen eher eine kleine Ausnahme sind, Nachhilfeinstitute aber nicht. Zu der Qualität von Ihren Instituten wurde in unserem Artikel nichts schlechtes erwähnt. Vielleicht nur das noch nicht viele Institute wirklich zertifiziert sind.
Interessant finde ich jedoch, dass Creditplus Ihre Studienkreisleitungen persönlich schult.
Birk
Birk
vom 15:49 um 25.08.2008
Guten Tag Maritta,

danke für deinen Beitrag. Die Hausaufgabenbetreuung unterliegt nämlich wie die Nachhilfe kaum Qualitätsstandards. Zum Beispiel gibt es an der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim sehr gute Hausaufgabenbetreuung durch qualifiziertes Personal wie zum Beispiel Studenten. Ich gebe dir auf jeden Fall Recht, dass Eltern sich nicht für Autos oder Flachbildschirme verschulden sollten. Dennoch ist Bildung über Kredit ein potentiell gefährlicher Weg, der in eine Schuldenfalle führen kann. Diese Alles-auf-Pump-Mentalität sollte nicht unterstützt werden!
Maritta
Maritta
vom 14:34 um 25.08.2008
"Es kann einfach nicht sein, dass sich Eltern verschulden um Nachhilfe zu nehmen. Es gibt auch bessere Alternativen, z.B. die Hausaufgabenbetreuung der Caritas oder dem Kinderschutzbund."

Meine Tochter ist an einer Schule, an der eine hausaufgabenbetreeung angeboten wird - aber das hat mit NAchhilfe nichts zu tun. Dort werden wie der NAme schon sagt, nur die Hausaufgaben betreut und keine Lernlücken aufgearbeitet. Außerdem kann es auch nicht, dass sich Eltern verschulden, weil sie einen Riesen-Flachbildfernseher benötigen oder ein neues, teures Auto oder jeden Tag zwei Schachteln Roth Händle ohne rauchen - das Geld sollten die Eltern lieber in die Bildung ihrer Kinder stecken, egal ob beim Studienkreis oder im Förderverein oder so.

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